| Sandra Hergert | Selbstbewusst werden
Dieser Podcast ist für all diejenigen, die Schwierigkeiten haben, Grenzen zu setzen. Sei es, weil ihnen erst hinterher auffällt, dass jemand eine Grenze überschritten hat, sei es, dass sie es in dem Augenblick merken und nicht wissen, was sie jetzt tun oder sagen sollen. Wir klären wie Sie herausfinden, wo Ihre Grenzen wirklich liegen (und zwar so, dass Sie genügend Klarheit aufbringen, damit Sie diese anderen erklären können) und wie Sie anderen mitteilen, falls diese sich nicht darum scheren sollten. Sie erfahren also wie Sie Ihre Grenzen festlegen, und diese auf eine Weise durchsetzen, die mit Ihnen und Ihrer Persönlichkeit im Einklang steht.


Bisweilen ist es schwierig die eigenen Grenzen zu erkennen und erst recht, sie anderen klar zu kommunizieren.

In Podcast #069 haben wir schon einmal über die Erwartungen anderer gesprochen und wie sie mit diesen umgehen. Sie haben gelernt, warum es so schwierig ist, Nein zu sagen, wenn unausgesprochene Erwartungen hinter den Bitten von Familienangehörigen, der Chefin oder Freunden stehen.

Sie befinden sich in einem Konflikt:

Einerseits wollen Sie dazugehören und andererseits als Individuum wertgeschätzt und gehört bzw. gesehen werden.

Ganz ähnlich ist es beim Thema Grenzen setzen.

Wo liegen eigentlich die eigenen Grenzen?

Erfolgreich Grenzen setzen Schon festzulegen, wo die eigenen Grenzen verlaufen, ist manchmal gar nicht so einfach. Einerseits wollen Sie nicht kleinlich oder gar egoistisch sein, andererseits geht es um nichts anderes als den Respekt, mit dem andere zeigen, dass Sie sie ernst nehmen.

Es gibt Fälle, bei denen die Antwort ziemlich klar ist:

  • Da spricht jemand abfällig über sie oder versucht sie auf andere Weise "klein" zu machen.
  • Da erwartet jemand Dinge, die von Ihnen einen Einsatz erfordern, der über ein "Das kannst doch mal schnell machen" weit hinausgeht.

Trotzdem kann es schwierig sein, die Sache ansprechen. Vielleicht, weil Sie erst hinterher merken, dass jemand Ihre Grenze überschritten hat. Und nun wissen Sie nicht wie Sie das Thema ansprechen sollen, ohne sich in fruchtlosen Diskussionen darüber wiederzufinden, wie eine Sache nun gemeint war - oder eben nicht gemeint war.

Ganz besonders schwierig wird es, wenn bei Ihnen nur ein vages Gefühl von "Nimmt der mich überhaupt ernst?" ankommt. Zum Beispiel, weil die andere Person regelmäßig nur von den eigenen Sorgen erzählt, Sie jedoch nicht zu Wort kommen lässt. Die Beziehung ist also ziemlich einseitig.

Wenn Sie erfolgreich Grenzen setzen, sorgen Sie für ein prima Selbstbild 

Wir halten fest: Die eigenen Grenzen haben mit Klarheit zu tun und mit der Antwort auf die Frage:

Wie möchten Sie, dass andere Sie sehen? Woran merken Sie, dass Sie von anderen respektiert werden?

Je häufiger Sie andere über Ihre Grenzen hinweggehen ließen, desto schwieriger ist es, sich als selbstbewusst wahrzunehmen.

Mit anderen Worten: Ihre Identität ändert sich - in Ihren Augen und in denen der anderen.

Studien zeigen, dass es für das Selbstbewusstsein eng verwandt mit dem Begriff des Selbstwertes ist und dass unsere Reaktionen auf Feedback eng verknüpft mit der Stabilität Ihres Selbstbewusstseins ist. Mit anderen Worten: Ihrer Identität und der Antwort auf die Frage: Wie sehen Sie sich selbst.

Würde nun jemand passiv darauf warten, dass andere doch mitkriegen müssten, wie es ihm geht, sobald jemand dessen Grenzen überschreitet, so würde er seine Selbstwirksamkeit verspielen. Er gäbe anderen den Schlüssel zu seinem Wohlbefinden in die Hand.

Allein das passive Abwarten, hätte damit Auswirkungen auf sein Selbstbild.

Die Auswirkungen, wenn wir erfolgreich Grenzen setzen, sind also weit stärker, als wir meinen könnten.

Fragen Sie sich daher:

  1. Was sagt es über Sie aus, wenn Sie das Verhalten des anderen nicht ansprechen? Wie sehen Sie sich und wie werden die anderen Sie sehen?
  2. Was sagt es über Sie aus, wenn Sie das Verhalten des anderen ansprechen? Wie sehe Sie sich dann, und wie werden die anderen Sie sehen?

 Fragen Sie sich in diesem Zusammenhang auch, was Sie bisher davon abgehalten hat, diese Sache anzusprechen - fühlen Sie sich womöglich kleinlich, egoistisch - fühlt es sich also irgendwo "falsch" an? Wollen Sie womöglich den Erwartungen anderer eigentlich entsprechen?

Hier sehen Sie diesen Widerspruch - das Spannungsfeld des einerseits und des andererseits.

Gerade deshalb sind diese Fragen so wichtig. Sie haben etwas mit Ihren Werten zu tun.

Ihre Werte wiederum geben Klarheit und sorgen dafür, dass Sie respektiert und ernst genommen werden. Voraussetzung ist, dass Sie Ihre Werte kennen. Ein ganzes Kapitel über Ihre Werte und wie Sie Klarheit finden und im Alltag zeigen, finden Sie in meinem Buch: "Oh doch! Sie können. Sie können sogar selbstbewusst werden", das Sie mit einem Klick auf diesen Link bei amazon kaufen können oder natürlich bei jedem anderen Buchladen. Die ISBN für das Taschenbuch lautet: 978-3-347-10476-1. Mehr Informationen finden Sie auch hier, auf meiner Webseite.

Worüber ich in diesem Podcast spreche:
  1. Warum es bisweilen schwierig ist, die eigenen Grenzen festzulegen
  2. Wie Sie Ihre Grenzen finden (und bei ihnen bleiben)
  3. Wie Sie Ihre Grenzen ansprechen, 
    - selbst wenn das Problem schon lange besteht,
    - und so, dass es Ihnen und Ihrem Gegenüber hinterher gut geht.

 



Sandra Hergert

Mediator | Coach | Trainer


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