Wie Sie nicht nur produktiver, sondern vor allem zufrieden werden

Veröffentlicht
19. November 2021
Sandra Hergert

Schon wieder habe ich mir vorgenommen, meine ToDo-Liste vollständig abzuarbeiten. Ich hatte rausgeworfen, was weniger wichtig ist, sogar das dringende vom Wichtigen getrennt - und trotzdem nicht alles geschafft.

Am Abend bin ich unzufrieden mit mir.

Ich hänge hinter meinen eigenen Ansprüchen zurück, stelle ich fest. Nun bin ich nicht nur unzufrieden, sondern ärgerlich.

Die naheliegende Frage lautet:

“Wie kann ich produktiver werden?”

Alternativ: “Wie kann ich mein Zeitmanagement verbessern?”

Mit anderen Worten: Wie kann ich schneller die Dinge erledigen, die erledigt werden müssen?

Dass ich genau diese Fragen stelle, ist verständlich (vermutlich stellen Sie sich diese oder ähnliche ebenfalls immer mal wieder).

Zielführender ist allerdings die Antwort auf eine ganz andere Frage: “Tue ich überhaupt das Richtige?”
Steht auf meiner ToDo-Liste das, was wirklich wichtig ist in meinem Leben? (Und sollte das nicht der Fall sein, was können Sie tatsächlich ändern?)

Handschriftliche ToDo-Liste Photo by <a href="https://unsplash.com/@mattragland?utm_source=unsplash&utm_medium=referral&utm_content=creditCopyText">Matt Ragland</a> on <a href="https://unsplash.com/s/photos/list?utm_source=unsplash&utm_medium=referral&utm_content=creditCopyText">Unsplash</a>

Was genau ist eigentlich Produktivität?

Produktivität ist ein wirtschaftlicher Begriff, der das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag misst.

Die Produktivität steigt, wenn der Ertrag bei den dafür benötigten Produktionsfaktoren steigt oder wenn die Produktionsfaktoren sinken, obwohl der Ertrag gleich bleibt.

Wie sind wir bloß darauf gekommen, dass Menschen produktiv sein können und sollen?

Maschinen oder Arbeitsabläufe können produktiv sein. Vielleicht noch all diejenigen, die etwas herstellen (und wo bliebe in dieser Gleichung dann die Qualität?).

Aus der Sicht von Unternehmern (und noch früher der Kirche, die ein größeren Zehnten erwartete), ist es sinnvoll nach “Mehr” zu fragen, doch heute?

Unsere Kultur hat den 8-Stunden-Tag und die 5-Tage-Woche als Fortschritt gefeiert. Arbeitsschutz sei Dank.

Allerdings scheint sich dadurch auch ein Denken etabliert zu haben, das weniger als 8 Stunden Arbeit pro Tag als Teilzeit bezeichnet.

Und wie es ist es mit all denen, die gar nichts Handfestes produzieren?

Mütter, Hausfrauen, Pflegekräfte und all jene, die ihren Lebensunterhalt mit “denken” verdienen und nicht mit der Produktion einer Sache? (Schneller denken, schneller pflegen, schneller erziehen führen ganz offensichtlich nicht in die richtige Richtung).

Es geht also um etwas anderes.

Was passiert, wenn wir gleich fragen: “Wie werde ich zufrieden?”

Wie werde ich zufrieden?

Nun sind wir einen Schritt weiter und haben die Frage nach dem Ziel hinter dem Ziel der Produktivität gestellt.

So richtig klar wird die Sache allerdings immer noch nicht, oder?

Wie geht es jetzt weiter? 

Eine klare Antwort ist deshalb nicht ganz so einfach, weil Sie Ihr "zufrieden" erst definieren wollen. Was heißt "zufrieden" für Sie?

Ich meine: ganz konkret? Wie schlägt sich Ihre Zufriedenheit in Ihren Handlungen, Ihrem Alltag, Ihrer Stimmung wieder?

Sie können sich auch Ihren Alltag ansehen und sich fragen, was Ihnen Freude macht, wann Sie sich wohlfühlen und wann das nicht der Fall ist. 

Was sagt die Wissenschaft?

Wenn wir statt produktiv "zufrieden" setzen, ändern sich unsere Parameter.

Studien im Rahmen der Positiven Psychologie haben gezeigt, dass zwei Parameter die beste Voraussage für Wohlbefinden und Zufriedenheit im Leben erlauben[1] :

  1. Hoffnung und
  2. Elan.

Beides erreichen Sie, wenn Sie 

  • Liebe geben
  • über Humor verfügen
  • nett zu anderen sind und
  • offen sind (für Neues, für Andere, zu lernen und etwas über sich und diese Welt erfahren) - mit anderen Worten: Wenn Sie flexibel reagieren können.

Ihre innere Einstellung ist für Ihr Wohlbefinden entschieden wichtiger als kognitive Komponenten wie Disziplin und Selbstkontrolle[2] (übrigens auch wichtiger als Spiritualität, auch wenn diese in den Bereich Hoffnung hineinspielen kann). 

Und was heißt das nun für meine Produktivität?

Ihr Produktivät hängt eng mit Ihrem Elan zusammen und Ihrer Fähigkeit, das zu erledigen, was wichtig für Sie ist.

Erledigen Sie das, was Ihnen wichtig ist, Sie motiviert und Ihnen einen Sinn gibt, dann werden Sie sich am Abend zufrieden(er) fühlen, als wenn Sie pflichtgemäß erledigen, was Ihnen wenig(er) wichtig ist.

Um ungeliebte Aufgaben zu erledigen, deren Sinn uns nicht einleuchtet, (ver)brauchen Sie entschieden mehr Energie statt dass diese Ihnen Energie geben.

Was mache ich, wenn ich hieran gar nichts ändern kann?

Ist das wirklich der Fall, dann streben Sie bitte 

  1. nach größtmöglicher Balance
  2. finden Sie Tätigkeiten, bei denen Sie sich regenerieren.

Regeneration zahlt auf Ihre Produktivität ein. Oft ist es also wichtiger eine Pause zu machen, um später das zu erledigen, das gemacht werden muss.



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